Geschenk Nr. 17: Hilfe

So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!

Gott schenkt dir Hilfe und ich bin davon überzeugt, dass er dir nicht nur in der Not helfend zur Seite steht. Gestern habe ich einen kurzen Post von @herzstaerkend auf Instagram gelesen. Fini, die Autorin beschrieb am Beispiel von Depressionen wie komplex und unterschiedlich die Situation sein kann. Außerdem ermutigte sie sich nicht erst Hilfe im Falle zu holen wenn es beinahe zu spät ist. Sie nutzte dafür den Begriff „worthy of therapy“ (therapiewürdig) und machte deutlich das es diese Kategorie nicht gibt. Sondern wenn man sich dazu entschließen würde diesen Weg zu gehen, dass es dann okay sei. Und dazu kann ich hundertprozentig JA zu sagen.

Und dennoch bleibt bei mir die Frage: Wieso fällt es mir und anderen so schwer Hilfe in Anspruch zu nehmen? Wieso scheinen wir zu glauben, nicht würdig genug zu sein? Und auf der rein logischen Verstandesebene, fallen mir gleich mehrere Argumente ein, die die Inanspruchnahme von Hilfe belegen. Aber so gerne ich auch alles rein logisch betrachten möchte, desto mehr wird mir bewusst das es nicht funktioniert. Denn ich vermute dass es wie bei einem Eisberg ist. Die Logik ist die sichtbare Spitze, alles andere was mich ausmacht meine Prägung, meine Gefühle, mein Glauben, meine Erlebnisse und so viele andere Faktoren bilden den unsichtbaren Rest von dem Eisberg. Und die Komplexität des Ganzen zu analysieren würde den Rahmen sprengen, bzw. ich bin mir gar nicht sicher ob ich dazu fähig wäre. Denn der Ursprung liegt vermutlich in der Frage, die Eva schon dazu verleitete eine folgenschwere falsche Entscheidung zu treffen – Meint es Gott wirklich gut mit mir? Ich kann nur bei mir anfangen an der Oberfläche zu kratzen und ehrlich mit mir selber werden. Mir eingestehen, dass ich Angst habe Kontrolle abzugeben und die Blicke und Kommentare anderer befürchte. Und da ist es egal ob diese wirklich passieren oder ob ich sie mir nur „einbilde“.

Denn was ist wenn meine Mitmenschen erkennen, dass ich innerlich doch nicht so stark, leistungsfähig, intelligent oder sonst irgendwas bin, wie ich wirke oder wirken möchte? Und was ist wenn ich frage und Ablehnung erfahre? Und es erscheint mir umso sinnvoller mich zu verstellen und mein Herz zu behüten. Aber die Frage die ich mir auch stelle ist, ob der Aufwand es wert ist? Und ich denke Nein, es ist es nicht wert mein Herz zu verhärten und immer vorsichtiger zu werden. Es ist es nicht wert, das zu verlieren was mich als einzigartige Person ausmacht, nur damit ich quasi die Welt gewinne. Es ist es nicht wert von der Last, dem Schmerz und der Hilflosigkeit erdrückt zu werden. Es ist es einfach nicht wert.

Und nun wo mir annähernd bewusst wird was auf dem Spiel steht, erscheint mir die Bitte um Hilfe und die Gefahren die damit einhergehen doch verhältnismäßig gering. Aber wieso fällt es dennoch so schwer? Vielleicht ist es wie ein Muskel der trainiert werden muss, der über die Jahre hinweg seine Kraft und Elastizität verloren hat?

Denn damals als ich noch Kleinkind war, war es normal, nicht nur um Hilfe zu bitten, sondern sie auch in Anspruch zu nehmen. Aber damals schien mein kleiner Bockkopf mich schon früh daran hindern zu wollen.

Und nun? Was soll ich tun? Ich entschließe mich dazu mutig zu sein und zu trainieren. Und wie im normalen Leben erscheint mir der Weg in ein öffentliches Trainingsumfeld angemessen. Aber auch da muss ich mir eingestehen, dass ich es mich nicht traue.

Und so entschließe ich mich erst einmal still und heimlich im Verborgenen zu üben. Denn es gibt einen Ort, an den ich freimütig, also ohne Ängste und falsche Rücksichtnahme treten darf. Es ist der Thron Gottes, der Gnadenthron, hier darf ich sein, bitten und empfangen was ich brauche. Hier zählt nicht meine Therapiewürdigkeit, die Größe meiner Last oder meine Dringlichkeit hier zählt das alles nicht. Was hier zählt ist mein Glauben an den der mich durch und durch kennt und der mich trotzdem liebt.

Wird der Weg einfach sein? Nein, denn ich muss mich auf dieser Route tagtäglich mit meinen Ängsten und Befürchtungen auseinandersetzen. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass es sich lohnt und das dieser Muskelkater mir zum Besten dienen wird. Wenn du magst, dann beginne doch ebenfalls mit dem Training, die Tür zum Thron der Gnade steht dir jedenfalls immer offen.

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