Geschenk Nr. 9: Buße
Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?
Vielleicht denkst du jetzt, wieso ist Buße ein Geschenk? Buße klingt doch irgendwie danach, sich erniedrigen zu müssen. Und das klingt gar nicht nach einem Geschenk. Genau so habe ich auch jahrelang über das Thema gedacht. Erst als ich erkannte, dass ich ein falsches Gottesbild habe, verstand ich das Buße etwas Schönes ist.
Gott mag es nicht, wenn wir Dinge tun, die uns und unserer Beziehung zu ihm nicht guttun – kurz gesagt, wenn wir sündigen. Hast du dich schon einmal gefragt, wieso er es nicht mag? Eines weiß ich ihm geht es nicht darum, dass er einfach gerne recht hat und es für sein Ego bräuchte, dass wir es ihm auch bestätigen. Ich glaube, er weiß, wie wir durch falsche Entscheidungen oder Taten leiden und möchte das so früh wie möglich verhindern.
Wenn man sich das Wort, welches im Griechischen für Buße steht, anschaut, dann versteht man auch, dass Buße etwas Wundervolles ist. Das Wort heißt Metanoia und es bedeutet so viel wie Umdenken und Umkehren.
Ein Vergleich, welcher mir geholfen hat, dieses Umdenken und Umkehren zu verstehen, ist das Bild eines Navis. Wenn du dein Ziel eingibst und falsch abbiegst, dann wird das Navi dich auffordern umzukehren. Und dem Navi geht es dabei nicht ums Recht haben, es geht ihm nur darum, das du deinen Zielort erreichst. Und genauso ist es auch mit Gott und der Buße. Er liebt jeden einzelnen Menschen so sehr, dass er ihn bei sich haben möchte. Und er hat auch alles getan, damit wir einmal bei ihm sein können, er gab seinen Sohn, damit der Weg zum Vater frei ist. Und um das jeden Einzelnen klar zu machen, umwirbt er dich und mich – jeden Menschen.
Unser Ziel ist es also, bei Gott anzukommen. Wenn wir im Bild des Navis bleiben, dann ist der Heilige Geist unser Navi, der uns darauf hinweist, wenn wir von der Route abkommen. Dies tut er nicht mit einem erhobenen Zeigefinger, sondern mit Güte. Und es ist auch nicht so, dass er einmal sagt: Bitte wenden. Und wenn wir nicht reagieren, dann haben wir Pech gehabt. Nein, er versucht es so lange wie es braucht, er ist geduldig und langmütig. Wenn wir realisiert haben, dass wir in die falsche Richtung unterwegs sind, dann können wir umkehren und in Richtung Gott gehen.
Und dass ist Buße, erst realisiere ich in meinem Gedanken, dass ich auf dem falschen Weg bin, und dann setze ich meine Erkenntnis im Handeln um und kehre um.
Als ich das erkannt habe, verstand ich auch, dass Buße ein Geschenk ist. Buße ist ein Mittel der Wiederherstellung. Und somit ist es auch okay, Fehler zu machen, wir brauchen nicht panisch versuchen, perfekt zu sein, sondern wir dürfen im Falle eines Missgeschicks auf unser inneres Navi hören und umkehren. Gott wollte keine Marionetten als Gegenüber, sondern er wollte Menschen, die mit ihm in Beziehung leben. Und da er wusste, dass eine echte Verbundenheit nur mit freien Willen einhergeht. Dadurch gibt es aber die Möglichkeit, dass Fehltritte passieren. Damit wir dann aber nicht auf ewig verloren haben, machte er uns das Geschenk der Buße. Und somit haben wir die Chance auf den richtigen Weg zu gelangen.
