Motive
Wovon wirst du (an)getrieben?
Mein Aha-Moment
In den letzten Tagen hatte ich einen Aha-Moment. Kann man das überhaupt so schreiben oder verbindet man nach zwei Jahren Pandemie „aha“ nur noch mit irgendwelchen Regeln? Ich meine auf jeden Fall den ursprünglichen Aha-Moment, einen Geistesblitz.
Mein Aha-Moment
In den letzten Tagen hatte ich einen Aha-Moment. Kann man das überhaupt so schreiben oder verbindet man nach zwei Jahren Pandemie „aha“ nur noch mit irgendwelchen Regeln? Ich meine auf jeden Fall den ursprünglichen Aha-Moment, einen Geistesblitz.
Nicht immer ist Gott meine Motivation
Wieder einmal saß ich in meinem Sessel und stelle fest, meine Grenzen nicht selbst geachtet zu haben. Aber wieso ist das so? Und wie kann ich von anderen verlangen, meine Grenzen zu achten, wenn ich sie nicht selbst achte.
Vermutlich sind die Gründe dafür so zahlreich wie der Sand am Meer. Aber hier in diesem einem Fall ist mir etwas aufgefallen: Ich halte Ungerechtigkeit nicht aus.
Und damit meine ich nicht die große Ungerechtigkeit in der Welt, da muss ich zu meiner Schande gestehen, dass es wenig mit mir macht. Ich höre die Nachricht, aber sie ist so weit weg, dass ich keinen Berührungspunkt finde. Aber es gibt auch die kleinere Ungerechtigkeit in meinem Umfeld und diese halte ich nicht aus. Dort kann ich es nicht stehen lassen, sondern muss handeln, helfen und unterstützen. Nun magst du denken: Hey, das ist doch positiv – go for it! Und nach außen hin mag das so sein, aber in meinem Inneren sieht es anders aus. Denn wieder einmal helfe ich, obwohl ich mit meinen Ressourcen am Ende bin. Und ich bin enttäuscht von mir selber und ehrlich gesagt keimt auch ein wenig Bitterkeit in mir auf. Ich klage Gott mein Leid und verlange eine Antwort, wieso er es zu lässt, dass es so ungerecht zu geht und ob es ihn gar nicht stört. Ich lasse meine Frustration an ihm aus und bin mal wieder dankbar, dass Gott es aushält. Er lässt mich toben, klagen und fragen. Und wie gerne hätte ich es, dass Gott eingreift, so wie es im Psalm 18 steht. Dass die Erde bebt, die Grundfesten der Berge erschüttert werden und ich ihn kommen und eingreifen sehe.
Aber nach meinem kleinen Unmutsanfall ist das Einzige, was bebt mein Brustkorb. Die Erde bebt nicht und nichts passiert. Als ich mich beruhigt habe merke ich, wie Gott mir eine einfache Frage stellt. Was treibt Dich an? Und in diesem Moment ist er da, der Aha-Moment! Denn ich realisiere, dass ich gerne “Du Herr” antworten würde. Aber das wäre eine Lüge. Anstatt dessen lautete meine Antwort: Die Ungerechtigkeit.
Gott ist gerecht
In diesem Moment wurde es mir klar: Die Ungerechtigkeit ist nicht mein Herr. Gott ist gerecht:
Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken.
Psalm 145,17(SCH2000)
Und so langsam setzt sich das Bild zusammen und ich muss gestehen, dass mein zur Hilfe kommen, ein eher wenig geglückter Versuch ist, zu retten. Denn tief in mir ist die Angst, dass wenn ich nicht helfe niemand hilft. Die Ursache dafür liegt weit vergangen in meiner Vergangenheit, aber wie ich merke hat sie heute immer noch einen Einfluss. Denn wenn ich mich so umschaue, dann wird die Angst bestätigt. Es läuft so viel schief und ich frage mich wann Gott eingreifen wird. Ich halte es nicht aus und möchte nicht das jemanden in meinem Umfeld Unrecht geschieht. Und ja, per se ist das keine schlechte Intention und nach außen wirkt sie bestimmt auch sehr christlich. Aber ich muss mir eingestehen, dass sie nicht gut ist, denn mit meinem nicht Aushalten können, sage ich eigentlich aus: Gott ich vertraue nicht darauf, dass du rechtzeitig kommst und eingreifst. Tja, und das ist nichts anderes als Unglaube, der zwar eine schöne Fassade hat, aber diese shiny Fassade ist nicht von Bestand.
Ursachenforschung
Es gibt nur eine Sache, die jetzt noch hilft: Buße. Denn ich denke und kehre um. Ich weiß, dass ich nicht der Retter bin, dieser Job ist zum Glück schon vergeben! Ich möchte nicht mit der Ungerechtigkeit der Welt auf meinen Schultern rumlaufen. Das tut mir und im Endeffekt auch meinem Umfeld nicht gut. Denn meine Lösungen, sind vielleicht kurzfristig gut. Aber das Problem der Ungerechtigkeit kann man nicht mit kurzfristigen Lösungen beheben. Da muss ein Fachmann dran.
Und nun wo ich das Ganze mit etwas Abstand reflektiere, wird mir klar wo mein Fehler war. Man könnte es wie folgt ausdrücken: Ich kam, sah und lief los. Aber in eine Situation zu kommen und die Ungerechtigkeit wahrzunehmen und blindlings davon angetrieben zu werden und loszulaufen ist nicht klug.
Es ist schön sich Gottes Handeln wie in Psalm 18 zu wünschen, aber im Gegensatz zu David, der diesen Psalm verfasst hat, als sein Leben von Saul bedroht war, muss ich gestehen das meine Voraussetzungen nicht stimmten.
2 Ich will dich von Herzen lieben, o HERR, meine Stärke! 3 Der HERR ist mein Fels, meine Burg und mein Retter; mein Gott ist mein Fels, in dem ich mich berge, mein Schild und das Horn meines Heils, meine sichere Festung. 4 Den HERRN, den Hochgelobten, rief ich an — und ich wurde von meinen Feinden errettet!
Psalm 18;2-4 (SCH2000)
Meine Psalm-Versionen
Im Gegensatz zu David würde mein Psalm eher wie folgt klingen:
Ich will dich von Herzen lieben, o Herr, aber leider vertraue ich dir nicht. Daher glaube ich, dass meine Kraft und meine Fähigkeiten ausreichen der Ungerechtigkeit die Stirn zu bieten. Dich Herr, den Hochgelobten, rufe ich erst an wenn es absolut nicht anders geht
Klingt nicht so toll, oder?
Aber vielleicht kann ich diesen Psalm mit Gottes Hilfe wie folgt umschreiben:
Hilf mir dir zu vertrauen, Herr. Denn in meinem tiefsten Herzen weiß, ich dass meine Rettungsversuche nicht von Bestand sind. Mir ist bewusst, dass deine Lösungen viel besser und nachhaltiger sind, aber ich muss dir gestehen, dass es mir schwerfällt, nicht einzugreifen. Und häufig lasse ich mich von dem Gefühl der Ungerechtigkeit und Not anderer leiten. Hilf mir zu unterscheiden wann es Zeit ist zu handeln und wann nicht.
Wie ist es bei dir? Kennst du solche Momente in denen du dich von Not, Ungerechtigkeit oder Leid treiben lässt? Wenn ja, dann lass mich dicht ermutigen, das muss nicht so bleiben, denn Gott hat uns nicht hilflos gelassen, er hat uns seinen Geist gegeben.
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
2.Timotheus 1,7 (NGU 2011)
Vom Geist geleitet werden
Vielleicht fragst du dich nun, und wie lasse ich mich von diesem Geist leiten? In der Theorie ist es einfach gesagt, denn wir brauchen nur auf ihn hören. Aber ich weiß wie schwer es ist auf die leise Stimme zu hören, wenn die Not und Ungerechtigkeit zum Himmel schreit.
Ich glaube das wir immer die Wahl haben auf was wir hören. Es ist ein wenig wie beim Radio, du kannst dich dazu entschließen einen bestimmten Sender zu hören, nur musst du die Frequenz auch richtig einstellen, denn sonst kann es sein, dass andere Frequenzen den Sender überlagern.
Wie können wir uns auf den Sender des Heiligen Geistes einstellen?
Für mich persönlich macht es einen enormen Unterschied, wenn ich mir morgens bewusst Zeit nehme und die quasi die richtige Frequenz suche, bevor ich mich mit anderen Dingen beschäftige. Das bedeutet für mich dass auch alle Quellen von News morgens erst genutzt werden wenn ich meinen Tag mit Gott gestartet habe. Wenn ich nämlich davor schon die Mails, Nachrichten oder Social Media checke, dann ist es quasi als würden diese Frequenzen schon für den Tag abgespeichert werden und umso weniger Platz oder besser gesagt undeutlicher ist die Stimme des Heiligen Geistes.
Aber auch kleine Reminder in Form von Post-its oder eingespeicherte Erinnerungen im Handy helfen mir, mich zwischendurch wieder zu fokussieren.
Anhand meines Aha-Momentes merkst du, dass es auch bei mir nicht immer funktioniert. Das kann zwar dann ärgerlich sein, aber es ist nicht so dramatisch. Denn wir haben 24/7 die Möglichkeit umzukehren. Und egal wie groß oder klein unser Umweg vielleicht an diesem Tag gewesen sein mag, unser himmlischer Vater wartet, genauso wie er es in dem Gleichnis vom verlorenen Sohn tat.
Und er (der verlorene Sohn) machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen; und er lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Lukas 15,20 (SCH2000)
Ich wünsche Dir dass deine Umwege möglichst klein sind und das du dich nicht von der Ungerechtigkeit, Not oder dem Leid treiben lässt.
Sei gesegnet.
