Geschenk Nr. 11: Berufung

Jesus aber antwortete ihm: Das erste Gebot unter allen ist: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist Herr allein; 30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft!« Dies ist das erste Gebot. 

Gott schenkt Dir Berufung. Und je nachdem aus welchen Hintergrund du kommst, wirst du die Wichtigkeit dieses Geschenks anders bewerten.

Für mich ist das Thema lange Zeit sehr herausfordernd gewesen. Als ich mich vor etwa 10 Jahren für Jesus entschieden habe, war ich so fasziniert und begeistert von dem Leben mit ihm, dass ich unbedingt alles sofort wollte. Es fühlte sich ein wenig an, als hätte ich nach einem Vierteljahrhundert endlich einen Sinn und Bestimmung in meinem Leben gefunden und nun wollte ich die in meinen Augen verlorene Zeit aufholen. Und so wurde nach kurzer Zeit das Thema Berufung immer größer für mich. Ich studierte die Bibel, las Bücher und hörte Predigten zu dem Thema. Und natürlich betete ich auch, dass Jesus mir meine Berufung aufzeigen würde. Und irgendwann hatte ich eine leichte Ahnung, in welche Richtung meine Aufgabe gehen würde. Als ich dann mit verschiedenen Glaubensgeschwistern aus meiner Gemeinde sprach, bekam ich sehr unterschiedliche Reaktionen. Es war alles von „Super, go for it“ bis hin zu „Nein, das bildest du dir ein“ vorhanden. Und ich war ehrlich gesagt frustriert und lies den zweifelnden Gedanken immer mehr Raum. Erst in meinem zweiten Bibelschuljahr ist mir bewusst geworden, dass ich die letzten Jahre in zwei Extremen gelebt habe. Entweder in dem Glauben, keine bestimmte Berufung zu haben oder dem Druck noch nicht in meiner Berufung angekommen zu sein.

Was mir vorher nicht bewusst gewesen ist, war, dass es verschiedene Stufen der Berufung gibt. Und da diese Erkenntnis sehr viel Frieden gebracht hat, möchte ich diese Stufen gerne mit dir teilen.

Die Grundlage oder erste Stufe der Berufung bildet die Beziehung mit Gott (Markus 12,29-31), dann sind wir alle dazu berufen Jünger zu machen (Matthäus 28,19-20) und als Letztes folgt die spezifische Berufung (1. Korinther 12/ Römer 12). Zu den einzelnen Stufen kann man noch viel mehr sagen, als sie in einem Absatz einfach vorzustellen, das würde aber den Rahmen sprengen.

Dadurch dass ich die ganzen Jahre noch nicht meine Berufung gefunden und gelebt hatte, hatte ich das Gefühl immer hinter her zu hängen. Ich war auf der Suche nach DER Berufung und das kann frustrieren wenn man sie noch nicht gefunden hat.

Gerade jetzt zum Jahresende, eine Zeit in der man ja viel reflektiert, kann es sehr frustrierend sein, wenn schon wieder ein Jahr vorbei gezogen ist und man immer noch nicht DIE Berufung lebt. Deswegen hoffe ich, dass diese Zeilen dich ermutigen und dir zeigen, dass sobald du in einer intimen Beziehung mit dem Vater, Sohn und Heiligen Geist lebst, dann lebst du schon in deiner Berufung.

Ich bin mir im Klaren, dass diese Sichtweise auf Berufung auch Druck erzeugen kann, weil man vielleicht x-Jahre Christ ist und noch nicht Stufe drei erreicht hat. Aber wie bei allen Dingen geht es hierbei nicht um ein Abarbeiten von Stufen, damit man dann ein guter Christ ist. In Johannes 15 gibt Jesus uns das wundervolle Bild vom Weinstock und den Reben und er verheißt uns, dass wenn wir in ihm bleiben, wir Frucht bringen werden. Hierbei ist die Frucht ein automatisches Produkt der Beziehung zu dem Weinstock. Es geht nicht darum das du dich anstrengst Frucht zu bringen, es geht um deine Beziehung. Deswegen lass dir nicht durch verurteilende Gedanken einreden, dass du kein guter Nachfolger bist. Jesus ist nicht gekommen um die Welt zu verurteilen, er ist gekommen damit sie gerettet wird (Johannes 3,17).

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