Geschenk Nr. 19: Gemeinde
Und an jedem von uns will sich der Geist zum Nutzen der Gemeinde offenbaren:
Gott schenkt dir Gemeinde. Und je nachdem welche Erfahrung du gemacht hast, gefällt dir dieses Geschenk mehr oder weniger. Wenn ich ehrlich bin, dann denke ich auch von Zeit zu Zeit wieder: „Gott, Gemeinde wäre einfacher ohne die Menschen!“.
Und ja, diese Unterschiedlichkeit, die uns einerseits unseren einzigartigen Wert zeigt, führt auf der anderen Seite zu Streitigkeiten und Enttäuschungen. Aber ich glaube, dass es bei dem Konzept der Gemeinde vorläufig nicht um uns Menschen, unsere Präferenzen und unseren Benefit geht.
Denn trotz aller Unterschiedlichkeit haben wir eine Sache gemeinsam, wir wurden von Jesus herausgerufen. Und er macht keine Fehler. Ich denke wir haben einen begrenzten Blick und sehen nur einen Haufen Unterschiedlichkeit. Aber in der Perspektive Jesu, ergeben diese Unterschiedlichkeiten ein wunderschönes Mosaik, welches ihn und seine Herrlichkeit erkennbar werden lässt.
Im ersten Brief an die Korinther gebraucht Paulus das Bild eines Leibes um die Gemeinde zu beschreiben und in seinen einleitenden Worten, schreibt er das der Geist sich an jeden Einzelnen zum Nutzen der Gemeinde offenbaren möchte. Der Geist nutzt nicht ein paar Besondere, sondern jedem Individuum! Also du wirst zum Nutzen der ganzen Gemeinde benötigt, ohne dich fehlt was. Aber auch ohne diese eine Person, die es immer wieder schafft, dich innerlich von null auf hundertachtzig zu bringen.
Vermutlich besteht ein Großteil unseres Problems in den Gemeinden darin, das wir auf die Unterschiede sehen und nicht auf das was verbindet. Denn wenn wir auf Jesus schauen, würden wir glaube ich auch den Nutzen jedes Einzelnen für die Gemeinde einfacher erkennen.
Ein Coach für stärkenorientierte Zusammenarbeit hat das Bild des Sternes für das Individuum gebraucht. Die Spitzen symbolisieren unsere Stärken und die Einkerbungen unserer Defizite. Beispielsweise bin ich feinfühlig und introvertiert und somit fühle ich mich bei einer Straßenevangelisation unwohl. Aber Evangelisation gehört nun einmal zu der Gemeindearbeit. Dementsprechend könnte ich all meine Kapazitäten einsetzen um ein Evangelist zu werden. Also um die Einkerbung auszufüllen. Vielleicht würde ich es auch schaffen, darin etwas besser zu werden. Aber vermutlich bräuchte ich nach jedem Einsatz drei Wochen Urlaub um meine Akkus wieder aufzuladen. Nicht besonders zielführend. Eine andere Variante wäre das ich mit jemanden zusammenarbeite, der einige meiner Einkerbungen als stärken besitzt. Im Endeffekt würden beide ihre Kapazitäten schonen, aber dennoch ein besseres Ergebnis zustande bringen.
Wenn man sich nun jeden Bruder oder Schwester in der Gemeinde als einen Stern vorstellt und diese Einzelsterne übereinanderlegt, erhielte man irgendwann einen Kreis. Denn jede Sternspitze würde ein Stück Einkerbung aufheben.
Und ja, auch wenn man es so sieht, ist es immer noch anstrengend mit den Unterschiedlichkeiten umzugehen. Aber das rumnörgeln an den Kerben des Nächsten macht es auch nicht besser ;-).
Und weil Jesus glaube ich wusste, dass es anstrengend werden könnte, gab er uns ein Versprechen:
Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
Matthäus 18,20
Genau in diesem Chaos von Unterschiedlichkeiten, die gemeinsam auf ihn schauen, ist er mitten unter uns und möchte uns begegnen! Was für ein Ausblick!
