Geschenk Nr. 2: Glauben
Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.wozu ich es gesandt habe!
Ist dir bewusst, dass dein Glauben ein Geschenk ist? Persönlich muss ich sagen, dass ich das nicht immer so gesehen und nicht wertgeschätzt habe. Darf ich dir eine Sache verraten? Oftmals habe ich eine richtige Waisenmentalität. Diese Mentalität, die gekennzeichnet von einem Mangeldenken ist, tritt meistens dann auf, wenn ich mich mit anderen vergleiche. Und in Zeiten von Social Media ist das 24/7 möglich. Wenn ich möchte, finde ich immer jemanden, der in einem Bereich vermeidlich besser, schöner oder so ist. Und das macht auch vor meinem Glaubensleben keinen Halt. Auch hier finde ich immer jemanden, der mutiger oder stärker seinen Glauben lebt. Und ehrlich gesagt nervt mich das manchmal. Denn daraus entsteht nur Unmut und Verdammung.
Aber Gott ist kein Gott des Mangels und der Verdammnis. Er ist ein liebender himmlischer Papa, der alles dran setzt, das es seinen Kindern in allen Lebensbereichen gut geht. Zu ihm kannst du kommen, wie du bist und musst nicht erst eine Glaubenshürde überwinden. Er schenkte dir den Glauben, damit du dein Leben mit all den Herausforderungen mit ihm gestalten kannst. Die Frage ist nur, ob du das Geschenk auch öffnest und in Anspruch nimmst.
Mir könnte jemand ein großes Paket mit ganz viel Geld schenken und ich könnte trotz des Geschenkes in einem Mangel leben, nämlich genau dann, wenn ich das Geschenk nicht auspacke und es somit nicht gebrauche.
Ich denke, wir haben in jeder Situation die Chance, unseren Glauben zu festigen. Ich schreibe hier ganz bewusst festigen und nicht mehren. Denn in Lukas 17,6 verspricht uns Jesus das der Glaube so groß wie ein Senfkorn ausreicht um Bäume zu verpflanzen. Da ein Senfkorn ein Durchmesser von ca. 1,2 Millimeter hat, erscheint mir die Größe des Glaubens weniger das Problem zu sein. Ich stelle mir den Glauben gerne wie ein Fundament vor. Wenn ein Fundament aus Beton gegossen wird, dann kann man da noch nicht sofort einen Wolkenkratzer darauf bauen. Ich bin zwar kein Chemiker oder Baustoffingenieur, aber dank Quarks und Co. habe ich mal erfahren, dass Beton erst durch Wasser fest wird. Das klingt erst mal völlig unlogisch, wieso sollte ich eine Flüssigkeit zu etwas geben wenn ich möchte, dass diese steinhart wird. Aber so ist es, nach einer Zeit ist der Beton steinhart.
Und ich glaube, dass genau so ein Vorgang auch auf unser Glaubensfundament zutrifft. Jesus sagt zu der Frau am Jakobsbrunnen in Johannes 4, dass er lebendiges Wasser gibt. Und meine Erfahrung ist, dass je mehr ich mit diesem lebendigen Wasser in Berührung komme, desto fester wird mein Glaubensfundament mit der Zeit. Wie mir mein tägliches Leben zeigt, würde mein Fundament noch keinen Wolkenkratzer aushalten. Aber es ist auch nicht mehr nur Sand. Und dafür bin ich dankbar.
