Geschenk Nr. 10: Vergebung
Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
Gestern habe ich dir von dem Geschenk der Buße erzählt und heute gibt es sozusagen den zweiten Teil, die Vergebung. Wieso sollte ich um Vergebung bitten, wenn ich einfach Buße tun kann, magst du jetzt vielleicht fragen. Und ja einfach umdenken und wieder dem Ziel entgegenzugehen mag so einfach klingen, aber damit Beziehung wirklich wiederhergestellt ist, braucht es auch die Vergebung.
Wieso ist es sinnvoll, das Geschenk der Vergebung anzunehmen? Sünde bewirkt Trennung von Gott. Wenn wir bei dem gestrigen Bild vom Navi bleiben, dann werden wir zwar wieder auf den Weg zu Gott geleitet, aber unsere Sünde hat einen Graben zwischen uns und Gott entstehen lassen. Diesen Trennungsgraben gilt es zu überwinden. Aber wie können wir das ganz praktisch tun? Die Antwort ist simpel und steht in 1. Johannes 1,9:
„Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“
Hier gibt uns die Bibel die Verheißung, dass wenn wir unsere Sünde bekennen, dass Gott treu ist und uns Vergebung zuspricht und uns reinigt von der Ungerechtigkeit.
Die Brücke über diesen Trennungsgraben wurde durch das Kreuz an dem Jesus starb gebaut und sein Blut reinigt uns von unserer Schuld, die Beziehung ist wieder hergestellt.
Aber ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass Vergebung noch auf zwei anderen Ebenen stattfinden muss.
Die erste Ebene ist die Ich-Ebene: Wie oft habe ich um Vergebung gebeten, aber habe sie nicht wirklich empfangen bzw. angenommen. Wieso? Weil ich enttäuscht von mir selbst war und zu sehr auf mein Tun fixiert war. Er war als hätte ich meine schmutzigen Kleider der Ungerechtigkeit anbehalten wollen, damit sie mir ein Mahnmal sind und ich tagtäglich dafür büßen kann. Und es mag in einer Zeit in der so viel Wert auf Selbstwirksamkeit gelegt wird, beinahe heroisch wirken. Was ich nicht wahrhaben wollte war, das ich damit indirekt immer wieder sündigte. Mein Verhalten sagte, Jesus Tod am Kreuz war nicht genug, ich muss noch was dazu tun. Und solange ich die Vergebung nicht annahm war die Trennung immer noch vorhanden.
Die zweite Ebene ist die empfangene Vergebung auch an anderen weiterzugeben. Schon im Vater-unser werden wir auf diese Ebene aufmerksam gemacht. Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigen, heißt es in dem Gebet, welches Jesus uns lehrte.
Gott ist nicht nur daran interessiert, das wir mit ihm in Vergebung leben, es ist auch sein Wille das seine Kinder in Vergebung miteinander leben. Deswegen sei ein Kanal von Gottes Vergebung, nimm sie an und leite diese ebenfalls an deinen Nächsten weiter.
