Geschenk Nr. 8: Versorgung
Und Abraham nannte den Ort: »Der HERR wird dafür sorgen«, sodass man noch heute sagt: Auf dem Berg wird der HERR dafür sorgen!
Ist dir bewusst, dass Gott dich nicht nur mal in einer Ausnahmesituation mit Versorgung beschenkt, sonder dass er dein Versorger ist?
Ehrlich gesagt ist das einer der Bereiche, in denen ich mit am meisten kämpfe. Vielleicht schreibe ich grade deswegen darüber. Denn ich möchte mich selbst daran erinnern, dass die Wahrheit über meinen Gefühlen und Befürchtungen steht. Manchmal frage ich mich: Bin nur ich so, oder gibt es unter meinen biblischen Glaubenshelden auch welche, die sich von ihren Gefühlen leiten lassen haben?
Hat ein Abraham auch mit so komischen Gefühlen und Gedanken zu kämpfen gehabt wie ich heute? Abraham ist schließlich derjenige, der aufgrund von Gottes Reden einfach so seinen Wohnort verließ und in ein ihm unbekanntes Land zog und der bereit war, seinen Sohn der Verheißung zu opfern. Und wenn ich mir seine Geschichte vor Augen führe, dann wird mir bewusst, dass auch er damit zu kämpfen gehabt haben muss. Denn wieso sonst hätte er seine Frau zweimal als seine Schwester ausgegeben. Oder wieso hat er sich in Bezug auf seine Verheißung eine eigene Umsetzungsidee einfallen lassen und ein Kind mit der Magd seiner Frau gezeugt? Alles Handlungen in denen er nicht glänzte. Aber vermutlich waren sie dennoch wichtig. Denn durch seine Erfolge und sein Versagen muss Abraham begriffen haben, dass es nicht darauf ankommt, wie er sich gefühlt oder was er gedacht hat. Er hat verstanden, dass es darum geht, wie er handeln wird.
Verstehe mich nicht falsch, es ist wichtig, die eigenen Gefühle und Gedanken wahrzunehmen. Aber sie müssen nicht mein Handeln bestimmen. Sie sind Indikatoren für mein Inneres, die mich auf Dinge aufmerksam machen und die mir helfen können, gute Entscheidungen zu treffen, aber ich habe das letzte Wort. Ich kann mich bewusst für oder gegen ein Handeln entscheiden. Um herauszufinden, ob meine Gefühle grade gute Ratgeber sind, hilft mir die Frage, ob meine Gefühle der Wahrheit entsprechen.
Und so vermute ich, konnte sich Abraham in der Prüfungssituation, in der er seinen Sohn Isaak opfern sollte, bewähren. Er kannte seinen Gott und wusste, dass dieser bisher treu gewesen ist, sodass er die Wahrheit aussprach, bevor er auch ahnen konnte, wie Gott handeln würde (1. Mose 22,8). Bestimmt weißt du wie die Geschichte ausging: Gott griff ein, Abraham musste Isaak nicht hergeben. Stattdessen opferte er einen Widder, der sich dort im Gestrüpp verfangen hatte und gab dem Ort einen Namen Gottes „Der Herr wird dafür sorgen.“ Je nach Schreibweise kann man den Namen mit „Der HERR sieht (Jahwe-Jire)“ oder „Jahwe sorgt vor (Jehova-Jireh)“ übersetzen. Namen sind in der Bibel nicht einfach so gewählt, sie sind eng mit der Identität des Namensträgers verwoben. Und aus diesem Grund ist Gott nicht nur derjenige der dich mal versorgt – nein er ist dein Versorger. Es ist Gottes Identität seine Kinder zu sehen und sie mit dem zu versorgen was sie benötigen.
Die Frage ist nur wie wir handeln. Handeln wir entsprechend unseren Gefühlen oder der Wahrheit Gottes. Vielleicht magst du nun denken: Anja das ist ja schön und gut, aber ich brauche keinen Widder, wie Abraham. Ich benötige … Und auch ich kenne diese Situation und stecke mitten drin, sodas meine Liste mit den Dingen die ich benötige oder mir wünsche grade von A-Z lang zu sein scheint. Ich brauche Heilung, Wegweisung, Zeit, Schlaf, Weisheit, Finanzen, Ruhe, Erholung und so weiter. Und meine Gefühle sind in dem Spektrum von leichten Bedenken bis hinzu extremer Panik angesiedelt. Aber das sind „nur“ meine Gefühle und die Gedankenszenarien die ich kreiere. Was ist die Wahrheit in dieser Situation? Sie steht in Psalm 23 Vers 1:
„Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.“
Und so werde ich anstatt in Panik zu verfallen, zu diesem meinen Hirten gehen, der mich sieht und ihm meine Situation bringen. Und in Zeiten der Prüfung entscheide ich mich die Wahrheit laut auszusprechen. Denn da Gott der gleiche gestern, heute und in alle Ewigkeit ist, wird er mich mit allem versorgen was ich benötige, so wie er es in den letzten Jahren getan hat.
