Perfektionismus

Gedanken aus der Perfektionsfalle

Was ist nur los mit mir

Es ist schon komisch, da schaffe ich es, für 24 Tage täglich einen Beitrag zu posten und dann innerhalb von vier Wochen nur noch einen einzigen.

In den Fängen des Perfektionismus-Monster

Was ist das Problem? Wieso bekomme ich es nicht hin, etwas zu schreiben oder viel besser zu veröffentlichen? Mir fehlte ein Plan, denn irgendwie war alles belanglos, was ich zu Papier brachte. Und so machte ich mich auf die Suche nach hilfreichen Tipps und auf Google fand ich einige. Bevor ich es realisierte, war ich in den Fängen des Perfektionismus-Monster. Denn erst durch meine Recherche erkannte ich, was ich nicht alles falsch gemacht habe((n) sollte).

In den Fängen des Perfektionismus-Monster

Was ist das Problem? Wieso bekomme ich es nicht hin, etwas zu schreiben oder viel besser zu veröffentlichen? Mir fehlte ein Plan, denn irgendwie war alles belanglos, was ich zu Papier brachte. Und so machte ich mich auf die Suche nach hilfreichen Tipps und auf Google fand ich einige. Bevor ich es realisierte, war ich in den Fängen des Perfektionismus-Monster. Denn erst durch meine Recherche erkannte ich, was ich nicht alles falsch gemacht habe((n) sollte).

Was ist nur los mit mir​

Es ist schon komisch, da schaffe ich es, für 24 Tage täglich einen Beitrag zu posten und dann innerhalb von vier Wochen nur noch einen einzigen.

In den Fängen des Perfektionismus-Monster

Was ist das Problem? Wieso bekomme ich es nicht hin, etwas zu schreiben oder viel besser zu veröffentlichen? Mir fehlte ein Plan, denn irgendwie war alles belanglos, was ich zu Papier brachte. Und so machte ich mich auf die Suche nach hilfreichen Tipps und auf Google fand ich einige. Bevor ich es realisierte, war ich in den Fängen des Perfektionismus-Monster. Denn erst durch meine Recherche erkannte ich, was ich nicht alles falsch gemacht habe((n) sollte).

Und mein innerer Druck stieg, wenn ich vorher noch dachte, dass es machbar sei, ein bis zwei Blogbeiträge pro Woche zu erstellen, dann war ich jetzt endlos überfordert. Denn was man nicht alles beachten sollte. Und so erstarrte ich mit jedem Tipp und mein Verhalten glich Bambi im Scheinwerferlicht. Erst mit etwas Abstand begriff ich, dass ich mal wieder in die Falle des Perfektionismus getappt war.

Und so fragte ich mich, was ist das Problem mit Perfektion oder Perfektionismus? Schließlich sehen wir auch in der Bibel, dass Gott in der Schöpfungsgeschichte es sehr gut machte. Und sollen wir nicht Gott nacheifern? Aber um auf diese Fragen eine Antwort zu finden, musste ich erst mal verstehen, was überhaupt mit Perfektion oder Perfektionismus gemeint ist. Denn mittlerweile war mein Kopf so voll, dass ich das Gefühl hatte, diese so häufig genutzten Wörter gar nicht wirklich zu kennen.

Was bedeutet Perfektion und Perfektionismus eigentlich?

Dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) zufolge stammt der Begriff von dem Adjektiv perfekt ab, was in seiner ursprünglichen Bedeutung vollkommen oder auch vollendet, abgeschlossen bedeuten kann.

Wenn ich das Ganze nun umgangssprachlich übersetzen würde, dann würde ich sagen, dass die Perfektion eine sehr gute Beendigung einer Sache ist.

Hingegen dazu wird der Perfektionismus ist als das Streben nach Perfektion definiert. (DWDS)

Und hier liegt glaube ich, das Problem. Während Perfektion etwas mit dem zu Ende bringen oder vollenden zu tun hat, strebt der Perfektionismus diese Vollendung “nur” an. Vielleicht denkst du jetzt: Halt stop, wo ist denn das Problem?

Wenn ich an meine Begegnungen mit dem Perferktionismus-Monster zurückdenke, dann ist mir bewusst geworden, dass es beim Streben nach Perfektion im Prinzip gar nicht mehr um die Vollendung geht. Vielmehr wird dieser Abschluss durch immer neue Aspekte weiter in die Zukunft verlegt, bis er irgendwann auf dem Friedhof der perfektionistischen Ideen ganz stirbt.

Denn bei dem Streben nach Perfektion vergessen wir einen entscheidenden Faktor: Wir sind lernfähig! Dass bedeutet, dass wir die Fähigkeit besitzen, Dinge von Mal zu Mal besser zu machen. Und im Prinzip ist unser ganzes Leben ein einzig großer Lernprozess. Während es im Erwachsenenalter nicht mehr so offensichtlich ist, sehen wir die Lernfähigkeit bei Babys und Kindern noch viel mehr.

Ein Beispiel

Lass mich dir den Unterschied von Perfektion und Perfektionismus an einem Beispiel verdeutlichen: dem Fahrradfahren.

Bevor ich auf einem Damenfahrrad fahren konnte, musste ich etliche Etappen meistern. Ich bekam erst als kleines Mädchen ein Kinderfahrrad mit Stützrädern. Und als meine Eltern merkten, dass ich in dem Umgang sicher war, wurden die Stützräder abgebaut und meine Eltern hielten mich am Lenker und am Sattel fest. Nach einigen oder besser gesagt etlichen Runden bemerkten meine Eltern wieder die steigende Sicherheit und hielten mich nur noch am Sattel fest. Irgendwann wurde dann auch der Sattel losgelassen, aber eine Person lief immer noch neben mir, um mich zu unterstützen, falls ich den Anschein machte zu fallen. Aber als ich alleine ohne Stützräder auf meinem Kinderrad fahren konnte, wäre ich noch nicht in der Lage gewesen, auf einem Damenrad zu sitzen, geschweige denn loszufahren. Es wäre offensichtlich, dass ich zu klein dafür war.

Bevor ich auf meinem heutigen Rad fahren konnte, musste ich etliche Zwischenziele erreichen oder vielmehr dem Umgang auf dieser Lernstufe sehr gut oder auch perfekt beherrschen. Dieser Lernvorgang mit dem Abschließen von unterschiedlichen Stufen führte zur Freude und Motivation weiter zu machen.

Perfektionismus wäre es gewesen, wenn man von mir als Zweijährige gleich erwarten würde, dass ich freihändig den Parcours mit Hindernissen auf einem Erwachsenenrad beherrschen hätte sollen. Mit zwei Jahren hätte ich so sehr danach Streben können, ohne die Zwischenschritte, dem Wachstum wäre es mir nicht möglich gewesen.

Falls dir vorher noch nicht aufgefallen sein sollte, wie absurd Perfektionismus ist, dann hast du es vermutlich jetzt verstanden. Denn beim Perfektionismus stehen wir vor einer unlösbaren Aufgabe, wir verlangen uns ein perfektes Endergebnis, ohne die vielen Steps zwischendrin lernen zu dürfen.

Sollen wir nicht Nachahmer Gottes sein?

Kommen wir nun zu der Frage, ob wir Gott, der alles perfekt gemacht hat, nicht nacheifern sollten?!
Wenn wir uns die Schöpfungsgeschichte in 1. Mose 1 anschauen, dann sehen wir in den Versen 4, 10, 12, 18, 21 und 25, dass es gut war und in Vers 31 lesen wir sogar, dass es sehr gut war:

„Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.“
‭‭1. Mose‬ ‭1:31‬ (‭SCH2000‬‬)

Hast du dich schon mal gefragt, wieso Gott den Unterschied zwischen gut und sehr gut machte? Man könnte nun meinen, dass es erst sehr gut war, als Gott den Menschen als Krönung der Schöpfung erschaffen hatte. Und ja, da ist etwas dran, denn schließlich schuf Gott den Menschen nach dem Bilde Gottes (1.Mose 1,26). Aber interessant ist, das was Gott eigentlich sagte, als er von der Erschaffung des Menschen sprach. Mensch bedeutet im hebräischen Adam. Das bedeutet, der vom Erdboden Genommene, von hebr. adamah = Erdboden, Ackererde. »Adam« ist zugleich der Name für den ersten Menschen und ein häufiges hebr. Wort für »Mensch« (Anmerkung der Schlachterübersetzung zu 1.Mose 1, 26)

Um den sehr guten Abschluss der Schöpfung, also Adams Erschaffung zu erreichen brauchte es die vorhergegangen guten Schritte. Denn ohne die Erschaffung der Trennung von Himmel und Erde und der Trennung von Wasser und Land, hätte Gott Adam nicht erschaffen können.

Ich finde es interessant, dass die Schöpfung auch ein Prozess war, in dem es den einen Schritt vor dem anderen Schritt brauchte um eine sehr gute Vollendung hinzubekommen. Denn mit dieser Erkenntnis können wir uns nun an die Frage wagen ob wir Gott nacheifern sollen.

Nachdem Paulus, der Autor des Epheserbriefes in dem vierten Kapitel klarstellt, welche Konsequenzen Jesus Tat der Hingabe für den Leib Christi hat. Beginnt er das fünfte Kapitel mit folgendem Vers:

„Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder“
Epheser 5,1 (SCH2000)

Wow, was für ein Vers, wir sollen als geliebte Kinder Gottes Nachahmer werden. Es geht nicht darum die Identität durch das Nachahmen zu bekommen, sondern weil wir geliebt und angenommen sind, können wir es Gott nachmachen! Und das schließt den Prozess in Etappen ein. Es ist im Prinzip so wie beim Radfahren. Als meine Eltern mich herausgefordert haben und wenn sie merkten dass ich sicher im Umgang mit der Herausforderung war, gab es die nächste Challenge. Und so handelt Gott auch. Überall in der Bibel lesen wir, dass er Etappenziele gesteckt hat und wenn er erkannte das der- oder diejenige sicher die Etappe gemeistert hatte, dann ging es zur Nächsten.

Rückblickend bin ich Gott so dankbar für dieses Vorgehen, denn wen er mir seinen ganzen Weg schon früher offenbart hätte, dann wäre ich vermutlich wieder in den Bambi-Modus verfallen und nicht weitergegangen. Es geht ihm nicht um die Abarbeitung von Aufträgen, sondern um Beziehung.

Aber ich muss gestehen, dass ich immer wieder sehr vergesslich bin. Häufig bin ich so begeistert, dass ich vorauslaufe und dann panisch in Schockstarre verfalle, weil ich gar nicht so weit bin. Am laufenden Band bin ich von dem Schnell-Schnell der Welt gefangen und lasse mich mitziehen. Genau dann vergesse ich dass der perfekte Gott, mein himmlischer Vater auch Zwischenziele in seinem Schöpfungsprozess hatte.

Nimm dir Zeit und würdige deinen Fortschritt

Mir ist noch eine weitere Sache aufgefallen, Gott hat jeden einzelnen Schritt gewürdigt indem er am Ende eines Tages seinen Fortschritt betrachtete und feststellte, dass es gut war. Er hat nicht alles mal schnell fertiggemacht und dann gesagt, dass es sehr gut war. Nein er nimmt sich die Zeit und sieht sich sein zu Ende gebrachtes Zwischenziel an und stellt fest dass es gut war.

Und wenn ich eine Sache nun wirklich lernen möchte, dann ist es mir die Zeit zu nehmen und meine Zwischenetappen in der Gegenwart Gottes zu würdigen! Denn ich glaube, darum ging es Gott als er sechsmal feststellte das es gut war. Er wollte seinen Kindern vorleben wie wichtig es ist innezuhalten und das Er- oder Geschaffene zu würdigen.

Denn genau an diesem Punkt, wenn ich in der Gegenwart meines himmlischen Vaters verweile und mit ihm gemeinsam würdige was ich erreicht habe, dann erhalte ich alles das was ich benötige, um weiter zu kommen. In seiner Gegenwart bekomme ich den Weg gezeigt und auch den Mut diesen zu beschreiten.