Geschenk Nr. 3: Gemeinschaft

Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.

Je nachdem mit welchem Bild von Gott man diesen Vers im 1. Korintherbrief liest, könnte man sich fragen, was eine Berufung mit einem Geschenk zu tun hat. Wenn ich das berufen sein als ein To-do auffasse, dann kann es sehr stressig und einfach ätzend werden. Und ich möchte dir hier keine Predigt über die Stille-Zeit halten. Also keine Angst.

Aber ich würde dir gerne von meinem Weg erzählen. Denn mein Bild von Stiller-Zeit hat sich gewandelt, als ich begriff, das Gott nicht auf meine Zeit mit ihm angewiesen ist. Er ist nicht wie diese eine Person, die dir immer ein schlechtes Gewissen macht, wenn du mal keine oder nur wenig Zeit für sie hast. Gott ist da anders. Er liebt uns mit einer puren, sich verschenkenden Art der Liebe. Und so setzte er alles daran, das es möglich ist, mit ihm in Gemeinschaft leben zu können. Das Wort, welches in unserer Bibel mit Gemeinschaft übersetzt ist, meint noch mehr als nur Zeit miteinander zu verbringen. Man könnte es eher als Gemeinschaft durch Teilhabe an etwas übersetzen. Und diese Bedeutung macht sie zu einem Geschenk. Denn der Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, der die Welt über Nacht in ein bezauberndes Weiß taucht. Dieser Gott setzt alles daran, das wir Anteil an ihm haben können. Und das ist es, was dieser Weihnachtszeit Sinn verleiht. Wir feiern einen himmlischen Vater, der aus Sehnsucht zu den Menschen alles was stört aus dem Weg räumte, damit du und ich Anteil an ihm haben können.

Ich muss keine Gemeinschaft mit ihm haben, sondern es ist ein Geschenk von ihm. Und auch hier gilt: Es gibt keine Hürde, keine Aufgaben, die wir vorher abarbeiten müssen. Lass es mich ganz deutlich sagen: Du musst nicht erst für eine bestimmte Zeit in der Bibel lesen oder für mindestens x Leute beten. Du darfst kommen wie du bist, du darfst ihm erzählen, was dich grade beschäftigt oder einfach still sein. Du darfst nur ganz kurz Zeit mit ihm verbringen, aber auch stundenlang.

Stell es dir vor wie die Gemeinschaft mit einem richtig guten Freund. Wenn meine beste Freundin mich einlädt, Zeit mit ihr zu verbringen, dann nicht, weil ich etwas machen soll. Dort darf ich sein, so wie ich grade bin. Und wenn ich ehrlich bin, dann merke ich erst, wie nötig ich diese Zeit hatte, wenn ich da war. Und genauso ist es bei Gott, ich weiß mittlerweile, wie gut mir die Gemeinschaft mit ihm tut, sodass ich mir gerne dafür Zeit nehme. Und das ist mein Wunsch für dich an diesem Tag, dass du entdeckst, wie gut die Gemeinschaft mit Gott einfach tut, sodass du das nächste Mal gerne dafür Zeit „opferst“.

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