Stille in der Realität

5 Minuten Stille - wie es wirklich war

Vieles, was hier und auf Instagram geteilt wird, sieht super toll, einfach und lebensverändernd aus.
Und jeder hätte doch gerne die 5 Hacks, damit es im Bereich XYZ besser läuft. Ich auch! Ich liebe Hacks und möchte sie gerne alle befolgen und alle umsetzen, weil dann ist endlich alles besser. Aber was ich häufig vergesse: Vieles muss erlernt und im eigenen Leben zur Gewohnheit werden, bevor es überhaupt irgendeine positive Auswirkung hat.
Und lernen ist anstrengend. Und man scheitert, bestimmt fünf, zehn oder auch hundertmal, bevor es leichter oder besser wird.
So auch bei dem Thema Stille. Stille ist gut und ich weiß, dass Stille mich verändert. Ist es deswegen leicht, still zu werden? Nein! Deswegen, zeige ich dir einfach mal mein Gedankenchaos, meines heutigen Versuchs 5 Minuten still zu werden. Gefühlt war es auch eine Katastrophe, aber dennoch schön. Denn Gott ist gnädig. Ihm geht es nicht um Perfektion. Bei ihm sind wir nicht erst angenommen, wenn wir Erfolge vorweisen. Seine Gnade ist jeden Morgen neu und er liebt uns so viel mehr als wir es erfassen können. Deine Herzenshaltung zählt bei ihm mehr als dein Erfolg.

Und deswegen: Werde ich es auch weiterhin probieren, auch wenn es ein Chaos ist. Nicht weil ich gut werden will, sondern weil ich in seinen Augen gut bin. Und er ist es wert, mit ihm Zeit zu verbringen.

Und damit du nicht völlig entmutigt ist, wenn es bei dir nicht wie erwartet lief. Hier mal ein Auszug aus meinen Gedanken in 5 Minuten Stille.

Wie Stille tatsächlich ist:

  • Das Surren des Kühlschranks erinnert mich heute unbedingt einkaufen zu gehen.
  • Okay, stopp – Ruhe!
  • Die Kerzen, die ich für die Stimmung angemacht habe, machen mir zwischendurch Angst: Hoffentlich brennt der Adventskranz nicht ab.
  • Stopp – wieso bin ich manchmal ängstlich?
  • Ich merke, dass ich Durst habe und frage mich, ob ich neu anfangen muss, wenn ich etwas trinke.
  • Halt – los, streng dich an.
  • 8 Millionen wichtige und unwichtige To-dos kreisen in meinem Kopf.
  • Wann sind fünf Minuten eigentlich vorbei?
  • Okay, ich muss jetzt etwas trinken, sonst verdurste ich!
  • Greif zum Handy:
  • Ich stelle mir nun einen Timer und beginne von Neuem.
  • Ohh, ich wollte doch etwas trinken.
  • Wieso ist die Timer-Musik eigentlich so schrecklich?
  • Los, jetzt aber. Augen zu, los geht’s!
  • Wiederhole bei jedem Atemzug ein Wort, um mich zu konzentrieren.
  • Gedanke: Ist das dann überhaupt noch Stille?
  • Kein Plan!
  • Ich versuche es jetzt, indem ich meinen Atem beobachte.
  • Ohh, mein Herz stolpert – sollte ich vielleicht mal wieder zum Kardiologen?
  • Gehirn, halt jetzt einfach mal die Klappe!
  • Handy brummt.
  • Ohh, sind die 5 Minuten schon vorbei? Nein, das war nur Vibration und keine schreckliche Musik!
  • Back to topic – einatmen und ausatmen!
  • Boah Jesus, ich kann nicht still sein, das ist nicht mit meinem Gehirn kompatibel.
  • Mist, das war ein Gebet, also keine Stille.
  • Wieso sind 5 Minuten so unendlich lange.
  • Neue Vibration meines Handys.
  • Okay, ich muss jetzt sofort und unbedingt die Vibration ausstellen.
  • Nimm das Handy in die Hand.
  • Schau auf die Uhrzeit.
  • Warte, wieso ist es fünf nach, wieso hat mein Timer nicht geklingelt?
  • Öffne den Timer.
  • Na toll, man sollte einen Timer auch starten.
  • Ich bin gescheitert.
  • Okay, ich teile das auf Instagram, vielleicht ermutigt das jemanden.
  • Aber in welchem Format?
  • Das macht mir meinen Feed kaputt.
  • Okay, der Feed sieht sowieso momentan doof aus.
  • Ist das überhaupt passend, so etwas zu teilen? Was denken sie anderen?
  • Ich bin echt ein Versager, ich bekomme nichts auf die Reihe.
  • Jesus, tut mir leid. Ich wollte dir wirklich begegnen. Aber irgendwie schaffe ich es nicht.
  • Sogar meine eigenen Tipps, um bei dir anzukommen, beherzige ich nicht.
  • Und plötzlich der Gedanke: Das ist okay, ich sehe dein Herz!
  • Und schwups – Frieden!

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