Türchen Nummer 23

oder wie es weiterging

Heute ist der 23.12.22 und somit ein Tag vor Heiligabend. Wenn ich auf die letzten Wochen zurückblicke, dann muss ich gestehen, dass es alles anders gelaufen ist als gedacht. Ende November erschuf ich gedanklich den perfekten Advent, wollte mir viel Zeit nehmen, um bei Jesus anzukommen, den er ist der Grund für diese Zeit.

Und irgendwie war dann auch die Idee geboren, dich, lieber Leser, mit auf diese Reise zur Krippe zu nehmen. Aber dann kam alles anders als geplant – das Leben kreuzte meine Wunschvorstellung. Denn die Handwerker kamen und eine Ecke meines Wohnzimmers wurde für zweieinhalb zur Kleinbaustelle und dank Trockner und Lüfter, hatte ich das Gefühl an einer Autobahn zu wohnen. Jetzt, in diesem Moment, werden gerade die letzten Maler und Bodenarbeiten abgeschlossen – Gott sei Dank!

Diese unschönen äußeren Umstände hatten eine größere Auswirkung als gedacht. Ich musste liebgewordene Routinen ändern und merkte schnell, dass ich eigentlich urlaubsreif war. Als ich dann noch anfing ein wenig herum zu kränkeln, wäre ich am liebsten ausgewandert. Aber ich wollte meinen Plan durchziehen. Ich strich so einige Sachen rigoros von meiner To-do-Liste. Trotzdem ging nach 15 Tagen nichts mehr und ich lag komplett flach. Und somit wurden meine Pläne nun komplett über den Haufen geworfen. Und ich fühlte mich rundum mies.

Jetzt wo ich fast wieder komplett genesen bin, bin ich dankbar für die unsanfte Unterbrechung, denn diese Auszeit tat gut und ich habe einiges (wieder) gelernt. Beispielsweise, dass es nicht schlimm ist Dinge abzubrechen und dass meine Worst-Case-Szenarien nicht eintreffen und dass Gott treu ist.

Vielleicht, denkst du jetzt: Anja, du musst dich nicht rechtfertigen. Ja, das stimmt, aber deswegen schreibe ich diese Zeilen nicht. Ich möchte dich ermutigen. Vielleicht ist auch bei dir einiges anders gelaufen als geplant oder du erstickst in nicht erledigten To-dos. Oder hörst du förmlich die Erwartungen deiner Familie und du fühlst dich schon jetzt wie ein Versager?

Weißt du was? Das ist okay, wir leben in einer gefallenen Welt, in der alles manchmal schiefläuft. Aber genau deswegen feiern wir Weihnachten. Wir feiern Weihnachten, weil Gott uns im Chaos zur Rettung gekommen ist. Wir feiern Weihnachten, weil wir Gott wichtig sind. Und nicht nur wir, sondern auch du bist ihm wichtig. Na, ploppen nun diese Ja-ABER-Gedanken auf? Versuch sie mal kurz zur Seite zu schieben und lies folgenden Satz mal ganz bewusst. DU BIST GOTT WICHTIG. Und es geht dabei nicht um deine guten oder vielleicht weniger guten Taten, DU als Mensch bist ihm wichtig. Jesus ist nicht der Weihnachtsmann, beim Weihnachtsmann gehts darum brav zu sein. Bei Jesus ist das anders, da darfst du so kommen wie du bist, mit all deinen Stärken, Schwächen und der vollen Bandbreite an Gefühlen. Ihn kannst du nicht abschrecken, er kennt dich und will dich trotzdem! Ja, dich! Es ist egal, ob deine Wohnung perfekt geschmückt ist, das Essen dem eines 5-Sternekochs gleicht. Bedenke Jesus wurde in einem Stall, mit müffelnden Tieren geboren, sein Bett war mit Stroh bedeckt und pikste vermutlich sehr. Aber das sind alles Nebensächlichkeiten, die ihn nicht gestört haben. Er kam, weil er sowieso einen anderen Ort als Wohnung haben wollte – dein Herz. Und auch das darf verletzt, mit Ängsten und mit Traumata der Vergangenheit versehrt sein. Ihm gefällt es, weil es dein Herz ist. Nimm dir Zeit und komme mit ihm ins Gespräch, denn er ist dein wunderbarer Berater, dein kraftvoller Gott, dein Vater der Ewigkeit und dein Friedefürst. (Jesaja 9,5)

Ich wünsche dir wundervolle und gesegnete Weihnachten mit ganz vielen Momenten der Freude und Gottesbegegnungen.

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt; / das wird der künftige Herrscher sein. / Gott hat ihm seinen Namen gegeben: / wunderbarer Berater, / kraftvoller Gott, / Vater der Ewigkeit, / Friedensfürst. Jesaja 9:5 

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